Die Berberitze – fluffige Scones

Die Berberitze (Berberis vulgaris), auch Sauerdorn, Essigbeere oder Echte Berberitze genannt, ist eine Beere aus der Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae).Sie stammt ursprünglich aus Mittel- und Südeuropa sowie aus Vorderasien und besiedelt trockene, sonnige Standorte. Am besten gedeiht sie in Hecken in kalkhaltigen Boden oder an steinigen, mit Büschen bewachsenen Hängen.

Bis auf die Beeren sind alle andere Teile der Pflanze ungenießbar da sie giftige Alkaloide mit dem Hauptalkaloid Berberin enthalten. Vorsicht geboten ist auch beim Verzehr von Früchten anderer Berberitzenarten als der Berberis vulgaris, weil hier auch die Samen beträchtliche Mengen an Alkaloiden erhalten können.

Die Beeren der Berberitze sind länglich bis oval, etwa 1 cm lang und rot bis purpurfarben. Beim Pflücken den reifen Früchte (ab Oktober, am besten nach erstem Frost) sind Handschuhe wegen der zahlreichen Dornen sehr empfehlenswert. Rohe Berberitzen schmecken sehr säuerlich, weswegen der saure Beerensaft sich früher wie Essig verwenden ließ (daher der Name: „Essigbeere“) und diente der armen Bevölkerung im Mittelalter als Ersatz für Zitronen. In Europa wird die Berberitze vorwiegend zur Herstellung von Konfitüre und Gelees verwendet. In den Küchen Vorderasiens dagegen spielt die Berberitze durchaus heute noch eine große Rolle. Vor allem im Iran ist die Beere eine wichtige Zutat, um Reisgerichten einen süß-sauren Geschmack zu geben. Auch für Fleisch- und Geflügelgerichte wird die Berberitze gerne verwendet. Die Beeren lassen sich gut trocknen, man kann sie dann ähnlich wie in unserem Rezept wie Rosinen verwenden.

In landwirtschaftlichen Gebieten wurde die Berberitze fast komplett ausgerottet, da sie als Zwischenwirt des Getreide-Schwarzrostes, einer gefährlichen Pilzkrankheit des Getreides dient.

Wer aber den Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten will, sollte den Strauch, der reichlich Nektar für Insekten und Früchte dem Mensch und Vögel zur Verfügung stellt, unbedingt anpflanzen.

Was steckt drin?

Berberitzen sind reich an Vitamin C, enthalten verschiedene Fruchtsäuren sowie Mineralstoffe wie bspw. Kalium. Die Früchte wirken außerdem antibakteriell und schleimlösend. In der Volksmedizin haben sie den Ruf, nach Infektionskrankheiten kräftigend für den ganzen Organismus zu wirken.

Das Rezept

Scones, einer der besten kulinarischen Einfälle der Brit*innen, schmecken vorzüglich noch warm zum Afternoon Tee. Die Berberitzen verleihen dem sonst etwas mehllastigen Gebäck eine pfiffige, säuerliche Note.

Das Rezept ist für 8 Scones.

Die Zutaten

Wie viel genau?

250 g Weizenmehl (Type 550 oder 405)

75 g brauner Rohrzucker

40 g getrocknete Berberitzen

Zitronenabrieb

1 TL Natron

1 gehäufter TL Backpulver

100 g kalte Butter

160 ml Buttermilch oder flüssiger Joghurt

Die Schritte

1. Schritt

Alle trockene Zutaten, außer Natron, in großer Schüssel mischen.

2. Schritt

Natron in Buttermilch oder Joghurt auflösen. Die Mischung schäumt und so soll es auch sein! 🙂

3. Schritt

Die Butter in kleine Würfel schneiden, zu den trockenen Zutaten geben und mit den Fingern bearbeiten bis die Stückchen ungefähr so groß wie Streusel sind.

4. Schritt

Buttermilch/Joghurt – Masse in die Schüssel gießen und vorsichtig mit der Gabel und dann mit der Hand gut vermischen, bis die Zutaten sich binden. Der Teig darf nicht zu homogen und glatt sein. Es gilt: Krümmel sind gut! 🙂

5. Schritt

Auf der bemehlten Arbeitsfläche den Teig leicht ausrollen bis eine Scheibe von 20 cm Durchmesser und ca. 3 cm Höhe entsteht. Danach in 8 Stücke schneiden wie eine Torte.

6. Schritt

Die Teigstücke auf das mit Backpapier ausgelegte Blech legen. Eventuell mit etwas Milch bepinseln.

7. Schritt

Scones in den bis 180 Grad vorgeheizten Ofen schieben und ca. 20 Minuten goldbraun backen.